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Interview mit der Eisschnelllauf-Weltmeisterin von 1975, Karin Kessow-Drbal

Datum:   15. Februar 2008

Steckbrief:
Geburtsdatum: 8. Januar 1954
Geburtsort: Rostock
Beruf: Sportwissenschaftlerin/Trainerin
Wohnorte: Rostock/Berlin
Vereine: bis 1970 SG Dynamo Rostock-West, dann SC Dynamo Berlin
Trainer: Helga Haase (bis Dezember 1972/ Anmerkung: Helga Haase lebte von 1945 bis 1952 in Schwerin-Neumühle. 1953 wechselte sie nach Berlin und konnte 1960 Olympiasiegerin über 500 Meter werden !) / Joachim Franke
Erfolge: Spartakiade-Siegerin 1970, 1974 Platz 5 Junioren-WM, 1975 Weltmeisterin im Großen Mehrkampf, 1976 Olympische Winterspiele 1976 in Innsbruck - Platz 4 (3000 Meter)/Platz 5 (1500 Meter)

Interview mit Karin Drbal (ehemals Kessow)

Gerne noch dabei ...

Frage: Frau Drbal, vor 33 Jahren standen Sie selbst ganz oben auf dem WM-Podest. "Kribbelt" es noch ein wenig in ihren WM-Schlittschuhen, wenn Sie Ihre Nachfolgerinnen auf dem Eis beobachten? Wären Sie anno 2008 noch selbst gern dabei?
Karin Drbal: Wenn man die WM-Atmosphäre in Berlin live erlebt, ist man schon aufgeregt, fühlt mit und ist mit dem ganzen Herzen dabei. Natürlich sind 33 Jahre eine lange Zeit; der Abstand zum WM-Geschehen ist größer. Aber dennoch: Reizen würde es mich schon, noch einmal da unten auf dem Eis zu stehen.
Aus der "gemütlichen Sporart Eisschnelllaufen" ist ja mittlerweile eine "High-Tech"-Disziplin geworden. Allein die Sport-Anzüge. In den 1970er Jahren hatten wir noch gestrickte "Teufelskäppis".
Die Anzüge waren "von der Stange" - alles andere, als "eng" anliegend. Erst 1976 zu den Olympischen Winterspielen in Innsbruck hatten wir die durchgehenden Anzüge von Kopf bis Fuß, aber auch die saßen nicht.
Ja, ich würde gern noch einmal unter den heutigen Bedingungen an Wettkämpfen teilnehmen - das könnte mir gefallen :-)

Frage: Sie begannen bereits in Rostock mit dem Eislaufsport. Auch heute wird dort noch erfolgreich Kurzbahn-Eisschnelllauf betrieben. Haben Sie noch regen Kontakt zur alten Heimat?
Karin Drbal: Mit der heutigen Leiterin des Rostocker Olympiastützpunktes für die Sportart "Short Track" (Kurzbahn-Eisschnelllauf) war ich ja in einer Trainingsgruppe. Ihre Mutter Gerda Hoffmann war unsere Trainerin. Nicht zuletzt dank ihres Trainings konnte ich 1979 Spartakiade-Siegerin werden. Die Grundlagen für meine spätere international erfolgreiche Laufbahn wurden in Rostock gelegt.
Glücklicherweise hatten Karin und ich zwei Jahre Altersunterschied, so wurden wir nie direkte Konkurrentinnen und blieben Freundinnen. Aber auch heute habe ich noch regen Kontakt nach Rostock. Im Sommer, zumeist im August, haben die Berliner Eisschnellläufer und die Rostocker Short Tracker ihre Trainingslehrgänge zum gleichen Zeitpunkt (Ist aber Zufall!) in Zinnowitz auf Usedom, so dass die "Beziehungen" zwischen Rostock und Berlin eng sind.
Übrigens gibt es dann auch das traditionelle Fußballspiel zwischen Eisschnellläufern und Short Trackern ... Wir, die Berliner Eisläufer, gewannen - und dieses erwähne ich nur am Rande :-) - das letzte Aufeinandertreffen "haushoch"!

Frage: Eine ihrer Nachfolgerinnen, Claudia Pechstein, ist mittlerweile die deutsche Winter-Olympionikin Nr. 1. Was ist für so einen großen Erfolg entscheidender - das Talent oder der Trainingsfleiß?
Karin Drbal: Auch wenn es bei den WM 2008 nicht so gut für Claudia lief, sie ist eine der besten Eisschnellläuferinnen aller Zeiten. Es ist eine großartige Leistungen, sich über die vielen Jahre in der Weltspitze behauptet zu haben. Ihre Technik ist beispielhaft - eine perfekte Schlittschuhläuferin, die mit viel Talent gesegnet ist.
Aber Talent ist nicht alles ... Auch Claudia musste sich ihre Siege und Medaillen hart erarbeiten. Ohne Fleiß hätte sie die zahlreichen Triumphe nicht feiern können. Ich hoffe, dass sie weiter macht!

Frage: Auch nach Ende Ihrer aktiven Laufbahn blieben Sie dem Eisschnelllaufen in Berlin als Trainerin "treu". War und ist diese Sportart für Sie Ihre persönliche Berufung? Hätten Sie ohne das Eisschnelllaufen "mentale Entzugserscheinungen"?
Karin Drbal: So weit würde ich nicht gehen. Aber Eisschnelllaufen ist für mich Beruf und Hobby zugleich. Meine Arbeit als Landestrainerin in Berlin macht mir viel Freude und ich möchte diese Tätigkeit noch einige Jahre ausüben. Meine Erfahrungen, meine Freude an dieser Sportart an jüngere Generationen weitergeben zu können, ist für mich zudem eine Berufung.
Ich bin in den Eisschnelllauf-Sport "hineingewachsen" - mein Leben wäre ohne die Erfahrungen, die ich dort machte, ärmer ...

Frage: Wie sieht Ihre weitere persönliche Lebensplanung aus? Bestimmt wird der Eislaufsport auch weiterhin eine bedeutende Rolle spielen - oder?
Karin Drbal: Niemand weiß, was die Zukunft bringt ... Dem Eisschnelllaufen werde ich immer "irgendwie" treu bleiben (wie meinem Sportskollegen und Ehemann Karl-Heinz !). Aber nach Rostock möchte ich "irgendwann" schon zurück!

Marko Michels

Infos zum Eisschnelllaufen - auch aus M-V-Sicht ...

- Vor 84 Jahren, bei den ersten Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix, gewann der US-Amerikaner Charles Jewtraw das erste Olympia-Gold für Eisschnellläufer (Eiskunstläufer durften seit 1908 und Eishockeyspieler seit 1920 im Programm der Sommerspiele um Medaillen mitkämpfen ...).

- Vor 48 Jahren wurde die frühere Wahl-Schwerinerin und spätere Trainerin von Karin Kessow, Helga Haase, 500 Meter-Olympiasiegerin`60 in Squaw Valley.

- Vor 64 Jahren wurde der spätere Rostocker Eisschnellläufer Horst Freese geboren. Er war sieben Mal DDR-Champion und 1976 auch Olympia-Teilnehmer für die Bundesrepublik.

- Vor 33 Jahren gewann die gebürtige Rostockerin Karin Kessow den WM Titel (1975) in Assen.

- Vor 16 Jahren, bei Winter-Olympia 1992 in Albertville, schaffte die gebürtige Wismaranerin Jacqueline Börner (-Schubert) Gold über 1500 Meter !

- Seit 1992 konnte die Berlinerin Claudia Pechstein u.a. 5 x Olympia-Gold gewinnen. Sie ist damit die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin "aller Zeiten".

- Seit 1998 sind die Rostocker Kurzbahn-Eisschnellläufer um Arian Nachbar, Aika Klein & Co. ständige Olympia-Teilnehmer! M.M.

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Agentur MVweb
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