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Handball-Power im Sand

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© HVMV Aktionsreich und faszinierend – Beachhandball liegt voll im Trend und hat in Schwerin einen hohen Stellenwert
Schweriner Sportgymnasium einziges bundesweit mit Beachhandball im Frühtraining

Die Badestrände an der Ostsee und im Binnenland sind verlassen. Auch auf der Anlage für Beachhandball am Sportgymnasium Schwerin herrscht Ruhe. Doch wenn die Sonne wieder höher steigt und es wärmer wird, ändert sich das schlagartig. Die Einrichtung am Lambrechtsgrund, eine von 43 Eliteschulen des Sports in Deutschland, übrigens alle fünf Jahre vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) bewertet, hat im Schuljahr 2024/25 begonnen, Beachhandball ins Frühtraining aufzunehmen. „Damit dürfte es das einzige Sportgymnasium deutschlandweit sein, das das anbietet“, meint Heinz-Reinhard Grämke, Vizepräsident im Handballverband Mecklenburg-Vorpommern (HVMV) und engagierter Verfechter dieses Sports.

Bei Schulleiter Torsten Westphal brauchte er nicht groß zu werben. Die 102 Handballer, darunter 53 Mädchen, seien neben Volleyball die stärkste Fraktion der insgesamt 568 Schüler an dem Gymnasium mit Regionalschulteil ab der fünften Klasse. Diese müssen vor ihrer Aufnahme eine erfolgreiche sportliche Sichtung durch ihren Verband oder Verein nachweisen, gepaart mit stabilen schulischen Leistungen und entsprechendem Sozialverhalten.
Ein Nachwuchstrainer des Deutschen Handballbundes (DHB) habe bei einem Besuch in Schwerin von „sensationellen Bedingungen für Beachhandball“ gesprochen und damit den letzten Anstoß gegeben, erzählt Schulleiter Westphal. Er findet Beachhandball „aktionsreich, kurzweilig, dynamisch“, habe ein einfaches Regelwerk, sei aus deutscher Sicht international erfolgreich und liege im Trend olympischer Sportarten. Der 63-Jährige, seit 2015 Schulleiter am Sportgymnasium, hat kein Handball gespielt, sondern ist im Triathlon zu Hause, vierfacher Ironman, in der 2. Bundesliga sowie bis heute aktiv. Er sieht Parallelen zwischen beiden Sportarten. Triathlon sei „fast aus dem Nichts zu einer der angesagtesten Sportarten“ geworden. Dieses Potenzial, eine ähnliche Entwicklung habe er auch beim Beachhandball vor Augen. Der HVMV wurde Anfang vorigen Jahres DHB-Regionalstützpunkt für Beachhandball, der in Schwerin angesiedelt wurde mit einem Außenstandort in Stavenhagen. „Darauf wollen wir uns nicht ausruhen, sondern die Chance nutzen, talentierte Handballer nach Schwerin zu holen. Mit Schule, Internat und Sportanlagen, seit kurzem sogar einem SpeedCourt, sind beste materiellen Grundlagen vorhanden. Wir setzen alles daran, DHB-Stützpunkt zu werden“, so Westphal. Mit Jette Lojewski von Grün-Weiß Schwerin und Emma Mirabell Dubrau vom Rostocker HC wurden zwei Spielerinnen aus MV zum Lehrgang der U18-Beach-Nationalmannschaft Ende November in Witten eingeladen. Und für den HVMV ist die Entwicklung des Beachhandballs ein wichtiger Baustein, um bis 2028 Schwerpunktsportart des Landessportbundes (LSB) zu werden.

Sportlehrerin Wendy Künzel hat wie ihr Kollege Johannes Prothmann, heute Trainer der Drittliga-Frauen von Grün-Weiß, das Schweriner Sportgymnasium absolviert und Leistungshandball betrieben. Sie ist begeistert vom Beachhandball, findet ihn „faszinierend, filigran“, kann ihn sich nicht mehr wegdenken aus dem Unterricht und ist bei jeder Gelegenheit mit den Schülern im Freien. „Früher haben wir einfach im Sand Handball gespielt“, sagt sie schmunzelnd. Heute sei das eben eine ganz andere Qualität und bringe auch was für den Handball in der Halle. Zudem habe mancher eine bessere Perspektive auf dem Beachfeld. Bei der Sichtung einer Klasse, sei ihr der Gedanke gekommen, die Lizenz zu machen. Die langjährige Handballerin möchte ihre Leidenschaft und Erfahrung gern weitergeben, „die Kinder begleiten und nicht nur sportlich“. Der nächste Plan sei, Handballer aus der 3. und 4. Klasse mit ans Gymnasium zu holen. Einige Grundschulen hätten sich sehr aufgeschlossen gezeigt.

Rüdiger Rump