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Zwei Medaillen im Blick bei der WM im Para Rudern

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© Florian Schwarzbach / DBS Marcus Klemp

Vier von fünf paralympischen Bootsklassen besetzt, zwei klare Medaillenkandidaten – die deutsche Mannschaft und ihr Cheftrainer Marc Stallberg reisen selbstbewusst zu den Weltmeisterschaften, die vom 24. bis 30. August in Amsterdam stattfinden. Das exzellente Ergebnis vor Jahresfrist in Shanghai mit Gold, Silber und Bronze wird aber wahrscheinlich nicht wiederholbar sein. Nach der erfolgreichen EM mit zwei Titelgewinnen vor gut drei Wochen holte sich die Mannschaft zusammen mit dem olympischen Kader in Ratzeburg den letzten Schliff.

Das deutsche Aufgebot ist identisch zu den Europameisterschaften, die Konkurrenz ungleich größer. Bei den kontinentalen Wettkämpfen Anfang August im italienischen Varese trumpften vor allem die beiden deutschen Mixed-Zweier mit Goldmedaillen auf. Zumindest das Duo Kathrin Marchand und Valentin Luz strebt auch bei der WM wieder den Sprung nach ganz oben aufs Podest an. „Unsere Medaillenhoffnungen ruhen auf den beiden Zweiern“, bestätigt Cheftrainer Marc Stallberg. Der deutsche Mixed-Vierer mit Steuermann, der 2025 ebenfalls noch für eine WM-Medaille gesorgt hatte, will nach dem großen personellen Umbruch einen positiven Entwicklungsschritt hinlegen. „Der Vierer muss sich nach der Neubesetzung und teils längeren Ausfallzeiten weiter finden. Es läuft noch nicht perfekt, aber die Richtung stimmt“, sagt der Cheftrainer, der eine Top-Acht-Platzierung als Ziel ausgibt. Generell stehen die Vorzeichen vor den Weltmeisterschaften gut. Stallberg: „Wir sind positiv gestimmt. Die Bedingungen vor Ort und die Organisation sind sehr gut, das Team ist gut drauf.“ Die Finalrennen finden am Donnerstag, Freitag und Samstag statt.

Der Para Einer PR1

Im PR1-Einer der Männer vertritt einmal mehr Marcus Klemp (Olympischer RC Rostock) die deutschen Farben. In dem 14 Boote starken Feld mit etlichen neuen Gesichtern gehört der Routinier nicht zu den Top-Favoriten. Für Klemp und seinen Trainer Lutz Bühnert wäre das Erreichen des A-Finales ein Erfolg, aber auch ein erfolgreiches B-Finale könnte sich sehenlassen. Platz acht würde die bisherige Förderung weiter sichern. Bei den Paralympics vor zwei Jahren wurde Klemp Siebter, bei der WM 2025 in Shanghai Sechster. Bei der EM überzeugte der 44-Jährige mit Rang vier. Der Zeitplan in Amsterdam mit drei Rennen in drei Tagen wird ihm einiges abverlangen. Die WM-Vorbereitung verlief für Klemp störungsfrei.

Der Para Mixed-Zweier PR2

Jasmina Bier und Paul Umbach (RG Hansa Hamburg und RC Nürtingen) sind gut durch die finale Vorbereitung in Ratzeburg gekommen. Bis zur EM hatten beide wegen der vorangegangenen Verletzung von Bier noch mit angezogener Handbremse trainiert, zum Titelgewinn reichte es trotzdem in überzeugender Manier. Nun konnten beide mehr Gas geben und dürften durchaus in der Lage sein, nach dem WM-Silber im vergangenen Jahr wieder nach einer Medaille zu greifen. Als Titelverteidiger ist China in unveränderter Besetzung am Start. Die spannende Frage wird sein, ob das von Stephan Froelke trainierte Duo den im vergangenen Jahr deutlichen Rückstand auf das Boot aus China verringern und den Gegner vielleicht sogar herausfordern kann. 13 Boote umfasst das WM-Feld.

Der Para Mixed-Zweier PR3

Die bisherige Bilanz: Beide haben noch kein Rennen verloren, seit sie gemeinsam im Zweier am Start sind. Valentin Luz und Kathrin Marchand (Frankfurter RG Germania und RTHC Bayer Leverkusen) sind in Amsterdam dementsprechend die großen Favoriten und wollen ihren Weltmeister-Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Wenn das von Ralf Müller trainierte Boot dabei auch erneut mit einer Bestzeit aufwarten könnte, wäre das ein Sahnehäubchen. Im finalen Trainingslager in Ratzeburg überzeugten Luz und Marchand mit guten Prozentwerten im Vergleich zu den olympischen Bootsklassen. Im Zehn-Boote-Feld tauchen nur bekannte Namen auf, zwischen Vor- und Endlauf gibt es einen Tag Pause.

Der Para Vierer mit Steuermann PR3

Nach der nicht zufriedenstellenden Europameisterschaft wurde ein Platztausch erwogen, nun aber werden Hermine Krumbein, Jan Helmich, Daniel Müller-Groß, Susanne Lackner und Till Martini (RK Normannia Braunschweig, RC Hansa Dortmund, RTHC Bayer Leverkusen, Mannheimer RV Amicitia und Olympischer RC Rostock) doch im gleichen Sitzschema wie in Varese rudern. Die Abschlussbelastung beim Trainingslager in Ratzeburg stimmt alle positiv. Trainer Sebastian Fuchs erhofft sich von seinem Boot, dass es bei der WM unter die Top-Acht im Zwölf-Boote-Feld rudert.

Weitere Informationen und Ergebnisse gibt es auf der Webseite des internationalen Verbandes.

Text: Deutscher Ruder-Verband, Ergänzungen DBS