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Auf dem Weg zu den Jugendsportspielen MV

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Junge Talente im Porträt

Wenn Ende Juni 2026 die besten Nachwuchssportlerinnen und Nachwuchssportler Mecklenburg-Vorpommerns zu den 17. Jugendsportspielen des Landessportbundes MV in Neubrandenburg zusammenkommen, stehen nicht nur Medaillen und Wettkämpfe im Mittelpunkt – sondern vor allem die Menschen hinter den sportlichen Leistungen. In den Wochen vor den Spielen stellen wir deshalb junge Athletinnen und Athleten aus ganz Mecklenburg-Vorpommern vor: ihre Sportart, ihren Trainingsalltag, ihre Ziele und die Leidenschaft, die sie antreibt.
Die Sportlerportraits geben Einblicke in die Vielfalt des Nachwuchsleistungssports im Land und zeigen, mit wie viel Ehrgeiz, Disziplin und Teamgeist sich die Talente auf die Jugendsportspiele vorbereiten. Gleichzeitig erzählen sie Geschichten von persönlichen Erfolgen, besonderen Momenten und der Freude am Sport – stellvertretend für viele engagierte junge Menschen in den Vereinen Mecklenburg-Vorpommerns.

Heute:

Pia Steinkraus

Judoka beim ASIA Sport Neubrandenburg e.V.

Wenn Pia Steinkraus die Judomatte betritt, dann gibt es vorher feste Rituale. Zunächst legt sie ihre ausgestreckten Handflächen für fünf Sekunden auf den Boden und knackt dabei mit den Zehen. Kurz bevor der Kampf beginnt, springt sie außerdem fünfmal hoch. Kleine Gewohnheiten, die zeigen: Die elfjährige Nachwuchsathletin nimmt ihren Sport schon jetzt sehr ernst.

Pia gilt als eines der hoffnungsvollsten Talente von ASIA Sport Neubrandenburg. Die am 16. Juli 2014 in Neubrandenburg geborene Sportlerin besucht aktuell die sechste Klasse am Sportgymnasium in der Vier-Tore-Stadt und verfolgt trotz ihres jungen Alters bereits klare Ziele. „Ich möchte bei den Landesjugendsportspielen unbedingt erstmals Landesmeisterin in der U13 werden“, sagt Pia entschlossen.

Zum Judo kam sie eher zufällig – und doch scheint der Sport wie gemacht für sie zu sein. Eingestiegen ist Pia im Jahr 2020 während der Corona-Zeit. Der entscheidende Kontakt entstand über den guten Freund ihres Opas: Reimar Helm, Trainer bei den jüngsten Judoka von Asia Sport. Schnell wurde ein Probetraining vereinbart. „Und dann war ich sofort Feuer und Flamme“, erinnert sich Pia. Eine andere Sportart kam danach für sie nicht mehr infrage. Tatsächlich hat sie nach eigener Aussage auch nie etwas anderes ausprobiert. An ihr erstes Training kann sie sich noch gut erinnern. „Ich habe mir damals einen Anzug geliehen und dann ging’s los.“ Besonders die turnerischen Übungen lagen ihr sofort. Auch Fallschule und erste Würfe machten ihr von Beginn an Spaß. Vielleicht auch deshalb, weil Beweglichkeit bis heute zu ihren größten Stärken zählt. Besonders gut beherrscht sie bereits die Technik Uchimata – den sogenannten Innenschenkelwurf. Bei diesem Wurf bringt der Werfende den Gegner  nach vorne aus dem Gleichgewicht und wirft ihn, indem er mit seinem eigenen Bein von innen gegen den Oberschenkel des Gegners fegt.

Trotz der schwierigen Corona-Zeit kann sich Pia kaum an längere Trainingspausen erinnern. Anfangs trainierte sie zweimal pro Woche, mittlerweile steht sie bereits fünfmal wöchentlich auf der Matte. Besonders gerne mag sie das sogenannte Randori – freie Trainingskämpfe mit ständig wechselnden Partnern. „Da kommen alle zusammen und trainieren gemeinsam. Mal Boden, mal Stand, immer neue Gegner“, erklärt sie begeistert.

Weniger Freude bereitet ihr dagegen das Techniktraining am Mittwoch. Trotzdem weiß Pia genau, dass gerade diese Einheiten wichtig sind, um besser zu werden. Vor allem im Bodenkampf sieht sie bei sich selbst noch Entwicklungspotenzial.

Im vergangenen Jahr nahm Pia erstmals an Landesmeisterschaften teil – und erreichte dort Platz fünf, obwohl viele Gegnerinnen bis zu zwei Jahre älter waren. Eine starke Leistung, die Lust auf mehr gemacht hat. In diesem Jahr soll deshalb der nächste Schritt folgen: der Titel bei den Landesjugendsportspielen.

Dass Judo perfekt zu ihr passt, erklärt Pia schnell: „Man kann sich austoben, es gibt viele turnerische Elemente und man lernt auch viel über Disziplin und Selbstverteidigung.“ Eigenschaften, die ihr auch außerhalb der Sporthalle helfen. Langfristig träumt die junge Neubrandenburgerin von großen internationalen Wettkämpfen. Europameisterschaften, Weltmeisterschaften oder vielleicht sogar einmal Olympia – für Pia sind das keine unrealistischen Fantasien, sondern Ziele, für die sie hart arbeiten will.

Auch ihre Eltern sehen den Weg ihrer Tochter unterstützen sie, wo es nur geht, sind bei jedem Wettkampf mit dabei. Mutter Sophie beschreibt ihre Tochter als selbstbewusst, kreativ und fantasievoll. „Sie weiß, was sie will und kann auch andere motivieren“, sagt sie. Eigenschaften, die gerade im Leistungssport enorm wichtig seien. Gleichzeitig sei Pia aber auch ein kleiner Freigeist. „Manchmal könnte sie sich noch etwas besser sortieren“, ergänzt ihre Mutter schmunzelnd.

Vater Toni erinnert sich vor allem daran, wie schnell seine Tochter vom Judo begeistert war. „Sie war sofort motiviert und dann kam auch ziemlich schnell der Erfolg.“ Besonders stolz sei die Familie darauf, dass Pia unbedingt aufs Sportgymnasium wollte und ihren Weg schon früh sehr zielstrebig verfolgt.

Mit Ehrgeiz, Talent und einer großen Portion Begeisterung bringt Pia Steinkraus vieles mit, was es für eine erfolgreiche Zukunft im Judo braucht. Die nächsten Schritte möchte sie nun auf Landesebene gehen – und vielleicht führt ihr Weg irgendwann sogar auf die ganz große internationale Bühne.

Tilo Berner

(im Auftrag des LSB MV)