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Auf dem Weg zu den Jugendsportspielen MV

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Junge Talente im Porträt

Wenn Ende Juni 2026 die besten Nachwuchssportlerinnen und Nachwuchssportler Mecklenburg-Vorpommerns zu den 17. Jugendsportspielen des Landessportbundes MV in Neubrandenburg zusammenkommen, stehen nicht nur Medaillen und Wettkämpfe im Mittelpunkt – sondern vor allem die Menschen hinter den sportlichen Leistungen. In den Wochen vor den Spielen stellen wir deshalb junge Athletinnen und Athleten aus ganz Mecklenburg-Vorpommern vor: ihre Sportart, ihren Trainingsalltag, ihre Ziele und die Leidenschaft, die sie antreibt.

Die Sportlerportraits geben Einblicke in die Vielfalt des Nachwuchsleistungssports im Land und zeigen, mit wie viel Ehrgeiz, Disziplin und Teamgeist sich die Talente auf die Jugendsportspiele vorbereiten. Gleichzeitig erzählen sie Geschichten von persönlichen Erfolgen, besonderen Momenten und der Freude am Sport – stellvertretend für viele engagierte junge Menschen in den Vereinen Mecklenburg-Vorpommerns.

Heute:

Mathilda Dabers

Schwimmerin des PSV Anklamer Peenerobben

Mut zur Rückkehr, Mut zum Erfolg

Anklam. Mit 15 Jahren verließ sie ihre Heimatstadt Anklam, zog ins Internat nach Potsdam und stellte sich dem harten Alltag einer Sportschülerin. Für viele wäre das ein gewaltiger Schritt gewesen – für Mathilda Dabers war es der Beginn ihres Weges in den Leistungssport.

Heute zählt die 18-Jährige zu den besten Nachwuchs-Rückenschwimmerinnen Deutschlands. Die Schwimmerin des PSV Anklamer Peenerobben hat sich mit Disziplin, Ehrgeiz und bemerkenswerter Beharrlichkeit in den Bundeskader des Deutschen Schwimm-Verbandes geschwommen – ein Meilenstein, der nur wenigen Athletinnen ihres Alters in Mecklenburg-Vorpommern gelingt.

Dabei begann alles vergleichsweise unspektakulär. Schon mit drei Jahren machte Mathilda ihre ersten Erfahrungen im Wasser. Geprägt vom Elternhaus – beide Eltern waren selbst im Schwimmsport aktiv – entschied sie sich früh gegen Tanzen und für das Becken. Dass sie einmal im Leistungssport landen würde, war zunächst keineswegs selbstverständlich. „Für eine Schwimmerin habe ich eigentlich ziemlich spät mit dem Leistungssport angefangen“, sagt sie heute rückblickend.

Ihre Stärke fand sie dort, wo andere anfangs eher Schwächen sahen: im Rückenschwimmen. Während andere Disziplinen wie Brustschwimmen nicht zu ihren Stärken gehörten, zeigte sich im Rückenstil schnell ihr Talent. Spätestens mit dem Wechsel 2022 an die Sportschule nach Potsdam nahm ihre Entwicklung Fahrt auf. Aus vier Trainingseinheiten pro Woche wurden plötzlich neun. Der körperliche und mentale Anspruch stieg enorm – ebenso wie die Leistungen.

Doch der Weg verlief nicht geradlinig. Trainerwechsel, Leistungsdruck und schwierige Phasen gehörten ebenso dazu wie sportliche Erfolge. Mathilda spricht offen über mentale Tiefpunkte während ihrer Zeit in Potsdam. Trotz aller Herausforderungen entwickelte sie sich dort sportlich weiter und sammelte wichtige Erfahrungen im Hochleistungssport.

2024 – nach zwei Schuljahren in Brandenburgs Hauptstadt – dann die überraschende Entscheidung: Rückkehr nach Hause nach Anklam. „Ich wollte das, wusste auch, dass es schulisch gesehen in Anklam dann auch der härtere Weg war, weil hier Sport und Schule nicht so vereinbar sind wie in Potsdam“, so Mathilde. Entgegen vielen Erwartungen und trotz schwierigerer Bedingungen für Schule und Leistungssport beißt sie sich durch, ist aktuell in der Abiturprüfungsphase. Eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte. Denn gerade nach ihrer Rückkehr nahm ihre Karriere nochmals deutlich Fahrt auf. Der bisherige Höhepunkt folgte 2025 bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin. Dort krönte sich die Rückenspezialistin zur Deutschen Jahrgangsmeisterin über 100 Meter Rücken, gewann weitere Medaillen und stellte neue Landesrekorde auf. Auch im offenen Frauenbereich machte sie mit vierten Plätzen über 50 und 100 Meter Rücken national auf sich aufmerksam.

Trotz aller Erfolge wirkt Mathilda Dabers bodenständig. Heimat, Familie und ihr Verein in Anklam spielen weiterhin eine zentrale Rolle. Besonders prägend waren für sie zuletzt internationale Erfahrungen – etwa ein Trainingslager im Herbst 2025 in Rom mit der italienischen Nationalmannschaft. Dort trainierte sie unter anderem mit Weltklasse-Schwimmerinnen wie Silvia Di Pietro und Benedetta Pilato.

Neben dem Leistungssport richtet Mathilda Dabers inzwischen den Blick vor allem auf ihre berufliche Zukunft. Trotz des enormen Trainingsaufwandes verfolgt sie konsequent ihren schulischen und beruflichen Weg und zeigt damit, dass Spitzensport und Zukunftsplanung sich nicht ausschließen müssen. Eigenschaften wie Disziplin, Belastbarkeit und Durchhaltevermögen, die sie sich über Jahre im Schwimmbecken erarbeitet hat, sollen ihr dabei auch außerhalb des Sports Türen öffnen. Denn unabhängig davon, wohin ihr Weg sie sportlich noch führen wird – Mathilda Dabers hat früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen, Herausforderungen anzunehmen und ihren eigenen Weg zu gehen. Ihr klares Ziel für die Zeit nach der Schule, die 18-Jährige möchte Medizin studieren, ein wenig in die Fußstapfen ihres Vaters Thomas treten, der selbst Arzt ist und darüber hinaus Vizepräsident (Ressort Leistungssport) im Schwimmverband M-V.

Tilo Berner

(im Auftrag des LSB MV)