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Deutsche Meisterschaften im Rollstuhlfechten: „Balu“ ist glücklich, überhaupt teilnehmen zu können

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Am 11. und 12. Juli 2026 richtet der Verband für Behinderten- und Rehasport Mecklenburg-Vorpommern die Internationalen Deutschen Meisterschaften im Rollstuhlfechten aus –
auch mit chancenreichen Lokalmatadoren...

Balwinder Cheema wurde 1979 in Indien geboren

Balwinder Cheema ist ein wahres Urgestein des TuS Makkabi Rostock. Er war schon 2016 bei den Paralympics in Rio de Janeiro dabei, ist jetzt 47. Wenn er es schafft, 2028 in Los Angeles ein solch großes Ereignis zum Abschluss seiner Rollstuhlfechter-Laufbahn ein zweites Mal zu erleben, wäre er fast 50 – und allein schon die Teilnahme die Krönung seiner Laufbahn. 
„Balu“, wie Cheema nach dem Lippenbär aus Rudyard Kiplings „Dschungelbuch“ (Probier’s mal mit Gemütlichkeit) nur genannt wird, kam 1979 in Mana Talwandi (Indien/Bundesstaat Punjab) zur Welt. 2001 verschlug es ihn als Gastarbeiter nach Hamburg, er war in einem Restaurant tätig. 2003 lernte er eine aus Rostock stammende Frau kennen – die Mutter seines Sohnes – und kam so in die Hanse- und Universitätsstadt. 
2007 flog „Balu“ in den Urlaub nach Indien. Dort wurde er Opfer eines Motorrad-Unfalls, von einem Auto gerammt – und ist seitdem querschnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen.
Zum Fechten kam Balwinder Cheema 2013, nachdem er 2012 bereits mit Rollstuhlbasketball begonnen hatte und bis heute beim PSV Rostock spielt: „Anfangs wusste ich gar nicht, was Fechten ist, aber dann habe ich Sascha (Bundes- und Landestrainer Alexander Bondar – P. R.) kennengelernt und bin geblieben.“ Vor allem auch für das Rollstuhlfechten wurde er dann auch deutscher Staatsbürger.
Der bisher größte Erfolg von Balwinder Cheema, inzwischen Rentner, war 2025 Weltmeisterschafts-Bronze im deutschen Team in Iksan (Südkorea) mit dem Säbel. Mit „Heimvorteil“ am 11. und 12. Juli 2026 im Bernsteinsaal des Warnemünder Hotels Neptun wird dementsprechend einiges erwartet von dem Lütten Kleiner. 
Ihm sei vor allem wichtig, „gut zu fechten“, er wolle Spaß haben und sei „sehr glücklich, überhaupt teilzunehmen“. Denn als 2015 schon einmal Deutsche Meisterschaften in Rostock stattfanden, „war ich in der Klinik und konnte nicht an den Start gehen“.
Besonders „heiß“ ist Balwinder Cheema, weil sein größter Fan ihm vor Ort die Daumen drücken wird: sein Sohn Lovepreet (22), der in Rostock Wirtschaft und Informatik studiert und mit seinem Vater zusammenlebt. „Wir kommen gut klar“, versichert jener und fügt lächelnd hinzu: „Bart, Turban – er sieht mehr aus wie ein Inder als ich.“
„Balus“ Heimcoach vom TuS Makkabi Rostock, Alexander Bondar, weiß: „Bei der Deutschen Meisterschaft ist die Konkurrenz in seiner Startklasse B enorm schwer. Aber eine Medaille soll er auf jeden Fall holen.“
Längerfristig sei vor allem wichtig, „dass er gesund bleibt“. Denn die zurückliegenden Paralympischen Spiele 2024 in Paris verpasste Balwinder Cheema wegen eines Dekubitus (Druckgeschwürs), dessen Heilung viele Monate in Anspruch nahm.

Größte Erfolge von Balwinder Cheema
  • Platz neun mit dem Säbel bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro
  • Weltmeisterschaften: 2025 in Iksan (Südkorea) Bronze im Säbel-Team,
    2023 in Terni (Italien) Platz sechs Florett-Team, Platz sieben Säbel-Team
  • Bisher bestes EM-Ergebnis: Vierter mit dem Säbel-Team 2022 in Warschau

Download Zeitplan IDM026 Rollstuhlfechten

Mehr Infos: www.warnemuender-woche.com

Balwinder Cheema begann seine Rollstuhlsport-Aktivitäten beim Basketball. Als er zum Fechten kam, „wusste ich erst gar nicht, was das ist“. 2016 in Rio de Janeiro nahm der gebürtige Inder schon einmal an den Paralympics teil und will dies 2028 in Los Angeles wiederholen. Auf dem Weg dorthin sind die Internationalen Deutschen Meisterschaften in Rostock-Warnemünde eine wichtige Zwischenstation.