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Maurice Schmidt greift auch in Rostock wieder nach Gold

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© Ralf Kuckuck Maurice Schmidt – der hier mit Bundestrainer Alexander Bondar seinen Paralympics-Sieg 2024 feiert – weilt trainingslager- und familiär bedingt ein-, zweimal im Jahr in Rostock. Der Württemberger war schon zu Gast in der Sportschule Warnemünde und auch auf der Hanse Sail.

Nicht jeder lässt sich gern als „Pferd“ bezeichnen, aber Maurice Schmidt vom SV Böblingen ist es nun mal – DAS Zugpferd der Internationalen Deutschen Meisterschaften 2026 im Rollstuhlfechten in Rostock.

Im Bernsteinsaal des Warnemünder Hotels Neptun treffen am 11./12. Juli mehr als 30 Sportler*innen aus sieben Nationen aufeinander, und zumindest aus Gastgeber-Sicht dürfte der 26-Jährige mit seiner ihresgleichen suchenden sportlichen Laufbahn im Mittelpunkt stehen. Einerseits, weil er unter dem Rostocker Bundestrainer Alexander Bondar – zugleich Landestrainer MV – 2024 in Paris die Paralympics gewann, in der Startklasse A Gold mit dem Säbel holte. Andererseits, weil er einen familiären Bezug zur Hansestadt hat: Er selbst ist zwar seit Geburt Württemberger, wuchs in Aidlingen bei Onkel und Tante, die ihn auch adoptierten, auf – aber seine Mutter und Schwester leben in Rostock, und „sie werden mit am Start sein“, wenn er dort wieder einmal nach Gold greift. 

Nichts anderes ist das Ziel, ob das die IDM in Warnemünde anbelangt oder den Saisonhöhepunkt, die Europameisterschaften Anfang Oktober in Cardiff. Doch schon an der Ostsee werden ihm die Titel nicht hinterhergeworfen. „Ich weiß, dass ich jeden schlagen kann“, sagt Maurice Schmidt selbstbewusst, ist sich aber natürlich darüber im Klaren, dass er auf „starke Kontrahenten auch aus dem Ausland“ trifft. Nicht zu vergessen seinen ernsthaftesten nationalen Gegner, Julius Haupt. Pikant: Ausgerechnet dessen Schwester Anne, auch Ärztin der Rollstuhlfecht-Nationalmannschaft, ist die Freundin von Maurice!
Jener wurde mit Dysmelie geboren, doch nach eigenem Bekunden beeinträchtigt ihn seine Behinderung dank Beinprothesen und Rollstuhl im Alltag nicht. 
Neben dem Leistungssport studiert Maurice Schmidt an der Universität Stuttgart Umweltschutztechnik, und in diesem Metier – im Umwelt- beziehungsweise Klimaschutz – sieht er auch seine berufliche Zukunft: „Ich lebe sehr privilegiert, habe trotz Behinderung viel Glück im Leben und viele tolle Menschen um mich, und ich wünsche mir einen Job, in dem ich etwas an die Gesellschaft zurückgeben und auch die Natur auf Vordermann bringen kann.“
Doch das liegt noch in der ferneren Zukunft. Jetzt giltʼs für Maurice Schmidt erst einmal, sich bei den IDM in Rostock-Warnemünde der Marke „40 Deutsche-Meister-Titel“ weiter anzunähern. Im Moment steht er bei 36...
 
Größte Erfolge von Maurice Schmidt neben seinem Paralympics-Sieg 2024:

  • 2026 Weltcup-Sieg in Bradenton (USA) und WM-Bronze im Team in Iksan (Südkorea) jeweils mit dem Säbel
  • 2024 EM-Bronze mit dem Degen in Paris
  • 2022 Silber (Säbel) und Bronze (Degen) bei den Europameisterschaften in Warschau
  • 2021 Teilnahme an den Paralympics in Tokio
  • 2019 zweimal Bronze (Degen und Säbel) bei den U23-Weltmeisterschaften in Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate)
  • 2018 bei den U23-WM in Warschau Vize-Weltmeister mit dem Säbel und Bronze mit dem Degen
  • 2016 jeweils Bronze mit dem Degen bei den U17- und U23-WM
  • 2015 U17-Doppel-Weltmeister (Degen, Florett) in Sharjah sowie U23-WM-Zweiter (Degen)
  • 2014 zweimal U17-WM-Bronze (Degen, Florett)
  • einschließlich Nachwuchs 36-mal Deutscher Meister 

Internet: rollstuhlfechten-schmidt.de/ 

Mehr Infos: www.warnemuender-woche.com 

Link zum Ticketverkauf: https://customer07.ticketing